04 Dezember, 2005

Vucciria - Palermo

Ich gehe die Treppen hinunter, dann durch einen Korridor zwischen zwei halbverrotteten Hauswänden. Über mir eine militärgrüne Plane, die wohl einmal den Regen abhalten sollte. Rechts eine kleine Bar mit zwielichten Gestalten. Irgenwer hat ein altes Holzfaß als Tisch auf die Straße gestellt. Pfützenslalom; der Boden sieht aus, als hätte jemand mit kleinen Betonplatten versucht eine Patchworkdecke herzustellen. Auf dem Platz vor mir stehen 150-200 Menschen - Spektrum vom Punk bis zur High Heel Schickse - in Freiheit.Eine Müllabfuhr schaukelt heran, oder zumindest ein Vehikel, dass man mit Müll beladen kann. Die Männer springen raus und genehmigen sich erstmal einen Zibibbo. Zwei, drei wilde Hunde springen in der Gegend herum, stets darauf bedacht keinem Menschen in den Weg zu kommen.Ständig bahnen sich Vespas und Piaggios ihren Weg durch die Menge. Ein Rosenverkäufer versucht sein Glück bei uns. Er hat Pech gehabt; heute nicht.Es werden Drogen umgeschlagen. Die Vucciria ist Nachts einer der Orte, an die die Polizei nicht geht.Tagsüber allerdings, sind die Läden der Spelunken geschlossen und die Läden der Fischhändler ringsum und die Stände auf dem Platz geöffnet. Aber bis zum Morgengrauen ist ja noch viel Zeit.

2 Comments:

Blogger Mirna said...

sehr schön geschrieben, mehr davon!!! :-x

8/12/05 18:25  
Blogger G. said...

Thx! Das Problem ist, dass ich ein Objekt zum beschreiben brauche, dass sich lohnt..

8/12/05 22:16  

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