13 Januar, 2006

Fehlender Gemeingedanke

Neonazis sind feige, feige, feige. So oder so ähnlich sollte die öffentliche Reaktion klingen auf die Meldung hin, dass fünf rechte Gewalttäter im Alter von 14-19 Jahren einen zwölfjährigen Jungen aus Äthiopien quälten. Doch gibt es diese öffentliche Meinung? Öffentliche Diskussionen finden heute mehr denn je in den Massenmedien ihre Nische. Das Lagerfeuer als kultureller Meinungs-Austauschpunkt, das gemeinsame Gedanken möglich macht ist abgelößt. Doch wodurch? Massenmedien transportieren immer vorgefertigte Meinungen, die aber meißt frei von einem Ausarbeitungsprozeß vieler Menschen und verschiedener Perspektiven sind; So auch dieser Artikel.
Der Spiegel titelt in seiner Onlineversion beispielsweise wertungsfrei: "Zwölfjähriger verprügelt: Rechtsextreme filmen Attacke mit dem Handy". Man ist sich einig darüber, dass man das alles ganz ganz schlimm findet, aber das nötige Ächtungsbewusstsein fehlt. Die Representation der öffentlichen Meinung ist so objektiv, dass man ihr schon fast das Recht absprechen kann eine Meinung zu sein.
Dieses fehlende Ächtungsbewusstsein hat auch andere Konsequenzen. Was wäre, wenn Firmen, die nicht verantwortungsgerecht handeln eine öffentliche Ächtung erfahren würden? Wenn ihnen quasi der Heimatmarkt wegbrechen würde. Nach ein oder zwei Beispielen könnte es passieren, dass Firmen plötzlich ihren Patriotismus wiederentdecken und nicht auf die Idee kommen Jobs und Produktionsanlagen ins Ausland zu verlagern. Die Coca-Cola Company wird zum Zeitpunkt beispielsweise von einigen amerikanischen Colleges boykottiert. Diese Rufschädigung kann sie sich auf Dauer nicht leisten. Spricht es sich weiter rum, dass Coca-Cola in Indien Grundwasser verseucht und weitere zwielichtige Aktionen durchführt (Killer-Coke)trink vielleicht nicht nur ich in Zukunft Afri-Cola.

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