06 April, 2006

Ein Jeder kehr vor seiner Tür...

Es gibt da ein Land, dessen Namen ich hier etwas verschleiern will und nur seine Initialen benutzen: U.S.A., die (weiblich, da Endung auf a). Dieser Staat hat es mal wieder geschafft sich in etwas einzumischen was ihn nichts angeht. Ich möchte an dieser Stelle an den Vorschlag ihres Verteidigungsministers erinnern, der den Deutschen den Militärhaushalt diktieren wollte. Diesmal geht es um die Integrationspolitik von ganz Europa. Zum Glück ist diese ja in allen Mitgliedsstaaten der EU exakt gleich, weswegen man sie ja auch pauschal attackieren kann. Laut einem Artikel von Spiegel-Online haben die meißten europäischen Länder, im Gegensatz zur U.S.A, es versäumt eine bewusste Integration zu verfolgen, was Nährboden für extremistisches Gedankengut liefere. Die Argumentation läuft so, dass die Nachkommen muslimischer Einwanderer in Europa immer noch als Ausländer behandelt werden, diese deswegen der Arbeitslosigkeit und der Diskriminierung ausgesetzt und darum leichte Beute für Extremisten seien. Ich würde gerne mal einen jungen Schwarzen aus dem Stadtteil H. in N.Y., dessen Vorfahren vor 300 Jahren mit dem Schiff gekommen sind fragen, ob er sich integriert fühle. Es geht mir nicht darum der U.S.A. vorzuwerfen was vor hunderten von Jahren geschehen ist. Ich möchte sie nur der Euphorie ihrer gelungen Integrationspolitik berauben, die man auch sehr gut an der Süd-Grenze zu M. beobachten kann. Ein Land, dessen Regierung glauben machen möchte, dass der Nährboden für Extremismus eine schlechte Integrationspolitik ist, und nicht das Bombardement der Heimatstädte der Muslime, erweckt in seiner Kritik den Anschein als halte es jeden Moslem für einen potenziellen Extremisten. Und diese Haltung soll einer erfolgreichen Integration förderlich gewesen sein.
Desweiteren sei es so, dass viele Extremisten die Meinungsfreiheit in europäischen Ländern nutzen, um ihre Botschaft zu verbreiten. Was hat Europa hier zu verstehen? Das Land zu dessen großen Errungenschaften die Freedom of Speech gehörte will darauf hinweisen, dass man die Meinungsfreiheit einschränken soll?
Eine mangelhafte Integrationspolitik ist bestimmt Ursache für viele soziale Missstände, doch fanatischer religiöser Hass hat andere Ursachen. Wäre eine mangelhafte Integrationspolitik der Grund für Extremismus, so müsste die U.S.A. überzogen sein mit den Spuren von Anschlägen von Hispanisten, Cineoisten, Blackisten, Indianisten usw. usf.
Es geht hier nicht darum die Versäumnisse der deutschen Integrationspolitik zu beschönigen, doch ein Staat, der mit dem Finger zeigt sollte schon Ergebnisse vorzuweisen haben, und nicht Rassenhass in N.O. nach dem Hurrican.
Es kommt mir so vor, als habe irgendein Mitglied der Regierung der U.S.A. einen Bericht über die Vorkommnisse an der Rütlischule gelesen und gemeint seinen Senf dazu abgeben zu müssen. Ungeachtet der Tatsache, dass die Zustände an amerikanischen Publicschools ungleich heftiger sind. Zum Schluss ein Zitat von Dieter Nuhr: Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal die Fresse halten.

6 Comments:

Blogger Hypermnestra said...

Hab mich heute morgen darüber auch schon aufgeregt! Schöner Eintrag ;)

6/4/06 16:15  
Anonymous Anonym said...

Quatsch mit Soße: "USA" ist nicht weiblich, nur weil der Artikel "die" davor gestellt ist. Vielmehr ist es männlich (der Staat) und im Plural (die Staaten).
Es heißt demnach keinesfalls "Die USA hat ..." und "Die USA ist ..." -- sondern "Die USA haben..." und "Die USA sind ...".

12/4/06 12:55  
Blogger G. said...

Aus Gründen des Identitätsschtzes beschloss ich den Artikel zu ändern. Zugegebenermaßen haben sie den Übeltäter nun entlarvt ;-)

12/4/06 15:35  
Blogger G. said...

Davon abgesehen gibt es da eine Diskussion um genau diese Frage ob die USA im Plural oder im Singular existiert/existieren.
Das Ergebnis ist aus linguistischer Sicht durchaus interessant:

Der Plural - Singularetantum
The plural - singular nouns

Ein Singularetantum ist ein Wort, das nur in der Einzahl (Singular) existiert. Diese werden im Englischen außer singular nouns auch als uncountable nouns (nicht zählbare Substantive) bezeichnet.
1. Beispiele

That advice wasn't so useful. (Dieser Rat/Diese Ratschläge ...)

Your information was not very precise. (Deine Information/Deine Informationen ...)

Folgende Substantive gehören dazu: damage (Schaden/Schäden), interest (Zins/Zinsen) - Achtung: interest/interests (Interesse/Interessen), produce (Erzeugnis/Erzeugnisse), progress (Fortschritt/Fortschritte), strength (Kraft/Kräfte), evidence (Beweis/Beweise), knowledge (Wissen, Kenntnisse), furniture (Möbel), work (Arbeit/Arbeiten), homework (Hausaufgabe/Hausaufgaben), hair (Haar/Haare), remorse (Gewissensbisse).

Folgende Substantive sehen aus, als ob sie Plural sind, werden aber mit dem Singular genutzt: politics (Politik), the USA (United States of America), news (Nachrichten/Neuigkeiten), mathematics, electronics, tactics


Mark Twain hat dass mal so zusammengefasst:

Before the Civil War, if you asked someone from the “New World” what was their nationality, they would be likely to answer, “I’m a Virginian.” Or “I’m a Pennsylvanian.” After the Civil War, “New Worlders” were more likely to answer, “I’m an American.”

Through almost 100 years of debate, struggle, and four years of spilled blood during the civil war, “United States” was established to be singular.

12/4/06 15:48  
Anonymous Anonym said...

Bei dieser "Lößung" gibt es ein ganz anderes Rechtschreibproblem.

14/4/06 18:36  
Anonymous Anonym said...

Sry! Falscher Eintrag!

14/4/06 18:37  

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